Das war sie nun – die 7-Seen-Wanderung 2010.
Was waren das für Momente und Bilder. Über 3.000 Wanderer waren auf einer der vielen Strecken unterwegs und es gab trotz aller Anstrengungen nur lachende Gesichter. Unser Postfach ist bereits jetzt voll mit tollen Berichten und sehr viel Lob. Eine ganze Region war in Wander-Laune und zahlreiche Plakate bekundeten unterwegs an der Strecke immer wieder „Willkommen“.
Wenn ein Bürgermeister zu sehr früher Stunde an der Strecke steht und die Wanderer begrüßt und verpflegt, und dann auf die erstaunte Frage eines Reporters antwortet: „Das gehört sich einfach so!“ - dann ist das ein Beispiel der grenzenlosen Gastfreundschaft. Wer halb sechs in der Frühe oben war, am Erzgebirgsblick, mit einer Tasse frisch gebrühten Kaffee in der Hand, vergisst ihn nicht, den Augenblick des Sonnenaufgangs. Das muss man erlebt haben, egal ob 51 km seit Markkleeberg, oder „erst“ neun Kilometer seit Espenhain in den Beinen stecken. Wandern nur etwas für die reife Generation? Die 7-Seen-Wanderung beweist das Gegenteil. Die Maikäfer-Strecke war ein toller Einfall und wurde so zahlreich gebucht, wie wir es uns kaum vorstellen konnten. Aber auch sehr viele Jugendliche machten sich auf den Weg durch unsere Heimat. Gäste aus nah und fern saßen fröhlich vereint auf der Wiese an der Mühle in Schönau und löffelten „ihre“ Gulaschsuppe, während das Müller-Ehepaar fleißig musizierte. „So viele Wanderer – meine Becher reichen nicht!“ - so der Ausruf eines Feuerwehrmannes aus Schönau. Schnell war Hilfe und Ersatz zur Stelle. Trotz des fehlenden Nachtschlafes waren die Betreuer in Höchstform und meisterten so manche kleine Panne. Und selbst „Himmel & Hölle“ wurden in Zwenkau in Bewegung gesetzt, um die Wanderung zu einem Erfolg werden zu lassen. Wir wissen noch nicht, ob der selbstgebackene Rhabarberkuchen in Flößberg auch noch für die Wanderer am Ende der Schlange gereicht hat. Er war einfach zu lecker und „ging weg“, wie warme Semmeln.
Was alles müsste man noch aufzählen, und dennoch würde man vieles vergessen zu erwähnen. Zu zahlreich waren die Eindrücke auf der Strecke und so manches kommt erst so langsam wieder in den Sinn. 800 Fackeln beleuchteten die Nacht, acht Brote wurden allein in Mölbis zu leckeren Fettbemmen (sächsisch) verarbeitet und mit gutem Appetit vertilgt. Der Streuselkuchen ging kistenweise über die Tische und die warmen Mahlzeiten wurden hochgelobt. „Ihr müsst im Begleitheft noch Tipps geben, wie man nach der Tour wieder sein Normalgewicht erreichen kann.“ - so ein Kommentar von Frank Adam aus Dresden, ein gestandener Hunderter. „Uns Harzer hat es super gefallen und wir sind sicherlich nicht das letzte Mal dabei gewesen“ - mailten uns Wanderfreunde aus Goslar bzw. Braunlage. Auch unser Jung-Wanderer Dennis aus Frohburg biss sich, nun als Vierzehnjähriger, zum zweiten Mal auf dem „Langen Kanten“ (104 km) bis zum Ziel durch, obwohl in Steinbach die Tour zu Ende schien – Hochachtung. Natürlich gab es auch kleine Pannen und Unzulänglichkeiten, wie könnte es anders sein, bei einem so großen Unternehmen. Wir bitten ganz einfach um Verständnis. Noch am Donnerstag, bei Dauerregen und Schlamm, hatten die Organisatoren enorme Bedenken. Dazu kamen mehrere Hiobsbotschaften, die das Unternehmen mehr als gefährdeten. Aber ein wirklich gut eingespieltes Team hat in hervorragender Zusammenarbeit „die Kuh vom Eis geholt“ und kaum jemand merkte uns die Kraftanstrengung an.
Das Wetter an beiden Tagen war dann einfach Spitze und Petrus muss ein Wanderer sein. Nicht unerwähnt lassen möchten wir die Partner an der Seite, die uns mit Rat und Tat unterstützten und die auch manchen Euro zum Gelingen beisteuerten. Ohne sie würde es die Veranstaltung in dieser Qualität nicht geben. Aber wir sagen auch Danke an all die Aktiven, ob „Maikäfer“ oder Profi, die sich diszipliniert und mit Freude auf der Strecke bewegten. Ihr habt Euch tapfer geschlagen, unabhängig ob immer das eigentlich geplante Ziel erreicht wurde. Bei uns waren alle Sieger.
Und das zahllose „Wir kommen 2011 wieder!“, das uns am Ziel und in fast jeder Email entgegenschallt, ist uns Ansporn. Nach einer kleinen Verschnaufpause werden wir die Ärmel hochkrempeln und in die Hände spucken.
Wir haben am 7. und 8. Mai „... laufend Freunde getroffen!“ --- und freuen uns auf 2011.
Wolfgang Flohr
Gesamtleiter















